{"id":681,"date":"2018-09-10T14:51:54","date_gmt":"2018-09-10T14:51:54","guid":{"rendered":"https:\/\/spielen.weiterndorf.info\/?page_id=681"},"modified":"2018-09-10T14:51:54","modified_gmt":"2018-09-10T14:51:54","slug":"die-geschichte-von-weiterndorf","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/weiterndorf.info\/wordpress\/?page_id=681","title":{"rendered":"Die Geschichte von Weiterndorf"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\">Gegr\u00fcndet wurde Weiterndorf vermutlich um das Jahr 700 von dem fr\u00e4nkischen Siedler Witram. Witramdorf, wie der Ort bei seiner ersten Urkundlichen Erw\u00e4hnung hie\u00df, war einer der sieben Orte, bei und in welchen das Kloster Heilsbronn seine ersten Besitzungen erhalten hat. Der Ort bestand schon zur Zeit der Klosterstiftung aus mehreren H\u00f6fen; einen derselben scheint der Bischof Otto dem Kloster zu dessen Dotirung (grob gesagt zur Verleihung auch weltlicher Macht) geschenkt zu haben. Wie kam nun Bischof Otto in den Besitz dieses Hofes? Georg Muck gibt an, dass er ein Sohn aus einem Fr\u00e4nkischen Adelsgeschlecht war, derer von Mistelbach. Des weiteren findet er Hinweise darauf, dass das damalige Mistelbach das heutige M\u00fcncherlbach ist. Auch soll dieses Adelsgeschlecht eng mit den Grafen zu Abenberg Verwandt gewesen sein. Somit ist eine Besitzung derer von Mistelbach in Weiterndorf sehr wahrscheinlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das Kloster vergr\u00f6\u00dferte dieses Gut, indem es 1252 einige daran grenzende Grundst\u00fccke von einem Ramungus de Boumen, welcher auch in Seitendorf beg\u00fctert war, kaufte. Lehnsherr dieser erkauften Grundst\u00fccke war Ulrich von Riselpurc, welcher mit Zustimmung seiner S\u00f6hne Eberhard und Konrad seinen Lehensanspr\u00fcchen an diese Grundst\u00fccke zu Gunsten des Klosters entsagte. 1398 hat das Kloster einige G\u00fcter in Weiterndorf mit einem Burkhard zu Wolmershausen gegen ein Gut in Deuerlbach getauscht. Wer damals sonst noch Dorfherr in Weiterndorf war, ist nicht bekannt. Sp\u00e4ter erscheint das Kloster im Besitz aller Weiterndorfer Anwesen. Seinen dortigen Hof, Schafhof genannt, bewirtschaftete es in eigener Regie. Es waren dort jederzeit mehr Hammel als Mutterschafe. Er diente vor allem der Woll- und Fleischgewinnung. Der Schafhof in Ketteldorf dagegen war f\u00fcr die Muttertierhaltung und Milchgewinnung zust\u00e4ndig.<br \/>\nWelche Abgaben von den anderen H\u00f6fen des Ortes an das Kloster entrichtet werden mussten ist in einem vom 21. Abt Waibler im Jahre 1421 ausgestelltem Kaufvertrag ersichtlich: \u201eWir Bruder Arnold (Waibler) und der Convent vererben unser eigen Gut zu Weiterndorf dem Wolf Kolb und seiner Wirthin Elsbet etc. Sie haben unserem Kloster j\u00e4hrlich zu geben an Zins und G\u00fclt 8 Simra Korn, 6 Simra Haber, 1 Simra Gerste, 3 Mtz. Erbsen, 4 Pfund Werung je 30 Pfennige f\u00fcr 1 Pfund, 12 K\u00e4se zu Pfingsten und 10 zu Weihnachten, 3 Herbsth\u00fchner und 2 Fastnachtsh\u00fchner. Sollen das Gut in gutem Bau halten zu Dorf und Feld. Wie oft man das Gut verleihet, ist das Handlohn zu geben mit 8 Pfund Werung. Verkauf nur an Leute, die unserem Kloster fugsam sind.\u201c Das Simra ist ein altes Hohlma\u00df, es sind ungef\u00e4hr 22 Liter. Hierbei ist auch zu Ber\u00fccksichtigen, dass damalige Getreidesorten nat\u00fcrlich nicht diesen Ertrag brachten wie es heute \u00fcblich ist.<br \/>\n89 Jahre sp\u00e4ter (1510) besa\u00df diesen Hof Ulrich Kolb, welcher als er au\u00dfer Stand war, seine Abgaben zu entrichten, zur Tilgung seiner Schuld den Hof dem Kloster \u00fcberlie\u00df. Au\u00dfer den erw\u00e4hnten Bauernh\u00f6fen waren schon lange noch drei Anwesen in Weiterndorf: die Schmiede, das Hirtenhaus und die M\u00fchle. Letztere war dem Kloster nicht blo\u00df zu Abgaben verpflichtet, sondern volles Eigentum desselben und wurde i. J. 1552, schon vor der Aufl\u00f6sung des Klosters als Erblehen an Hans Mayr verkauft. Dieser hat auch den jetzigen Butzenhof, damals scheinbar ein zur M\u00fchle geh\u00f6render Hof, mit gekauft.<br \/>\nGegen Ende des 15. Jahrhunderts musst das Kloster auch Soldaten und Waffen vorhalten. Allein die Probstei in Bonhof 204 Mann mit Ausr\u00fcstung. In Weiterndorf waren 10 M\u00e4nner zur Verteidigung aufzubieten, aus jedem Anwesen des Klosters einer. Hier eine Zeitgen\u00f6ssische Aufstellung: In Weiterndorf Friz Mayr soll haben 1 hut, 1 krebsgoller, 1 par hentschuch, 1 puchsen; Jung Crafft desgleichen und 1 armprust; Jung Grunwald 1 krebsgoller, 1 helmparten, 1 armprust.\u201c \u00c4hnlich die sieben \u00fcbrigen Verpflichteten in Weiterndorf.<br \/>\nIn den Wirren der Reformationszeit schlug im Mai 1552 der Markgraf Albrecht bei seinem Kriegszug gegen N\u00fcrnberg und die n\u00fcrnberger Besitzungen sein Feldlager am Weiterndorfer Weiher auf. Wie damals \u00fcblich wurden alle D\u00f6rfer der Umgebung f\u00fcr den Unterhalt der Truppen gepl\u00fcndert, was gro\u00dfes Leid \u00fcber die Bev\u00f6lkerung brachte.<br \/>\nAllgemein war die Zeit der Reformation eine schwierige und nicht sehr friedliche. Zwei Weiterndorfer Bauern wurden einen Tag eingesperrt, da sie mit dem Schmied aus Gottmannsdorf w\u00e4hrend des Gottesdienstes in B\u00fcrglein \u00fcber den Preis von Sicheln verhandelten, die dieser trotz Verbot am Sonntag verkaufte. Ein Klosterbauer aus M\u00fcncherlbach war mit seinem Nachbarn, einem N\u00fcrnberger Bauern, so Verfeindet, dass er diesen beim Vogelholz in Weiterndorf mit einer Hacke erschlug, dann zu dessen Frau gegangen ist und ihr zuschrie, dass sie ihren Alten zum Teufel bringen soll wo er hingeh\u00f6rt.<br \/>\nWeiterndorf war zu dieser Zeit noch nach B\u00fcrglein gepfarrt, wo es um 1550 einen schnellen Wechsel bei den Pfarrern gab. Um 1556 wurde ein Michael Grimm Pfarrer in B\u00fcrglein. Abt und Richter aus Heilsbronn gaben bei einer Kirchenvisitation 1558 das Zeugnis, dass sie gegen seine Lehre und seinen Wandel nichts einzuwenden h\u00e4tten. Doch das sollte sich schnell \u00e4ndern, denn der Herr Grimm klagte viel und oft. Einen Vorster aus Weiterndorf, verklagte er, \u201eweil er ihn an einem Tisch voll Leute ausgeschrieen, als gehe er den Weibern nach, und weil er ihn auch sonst noch beschimpft habe. Das habe er bei einem Leichtrunk dem Beklagten vorgehalten.\u201c Der Beklagte erwiderte dagegen bei Gericht: \u201eDer Pfarrer hat gesagt: er gebe nicht einen Dreck f\u00fcr meinen gn\u00e4digen Herrn (den Abt) von Heilsbronn. Viele h\u00e4tten das mitangeh\u00f6rt, die solle man vernehmen.\u201c<br \/>\nEine Klage anderer Art stellte Grimm beim Abt, abermals gegen einen seiner Parochianen (Gemeindemitglieder) in Weiterndorf, den Bauer H\u00f6rnlein, \u201eeinen \u00e4ltlichen Mann, der seit Jahren nicht mehr zum Abendmahl gekommen sei, der nicht beten k\u00f6nne und daher bestraft werden m\u00fcsse.\u201c Abt, Verwalter und Richter beriefen den Kl\u00e4ger und den Verklagten und fragten diesen: \u201eWarum er sich so lang des Abendmahls enthalten habe?\u201c Auf die Antwort: \u201eWeil er nicht beten k\u00f6nne\u201c, wurde er ermahnt, flei\u00dfiger in die Kirche und zum Katechismus zu kommen und dann, wenn er wohl unterrichtet sei, auch zum Abendmahl. H\u00f6rnlein versprach es, hielt aber nicht Wort und wurde daher aufs Neue vom Pfarrer verklagt. Abermals vorgerufen, erhielt er vom Abt, Verwalter und Richter den Bescheid: bis zur n\u00e4chsten Kirchenvisitation im Dezember 1572 zum Pfarrer in das Haus zu gehen und beten zu lernen, um bei der Visitation zu bestehen; widrigenfalls w\u00fcrde man ihn, als einen Unchristen, nicht l\u00e4nger hinter dem Kloster dulden. Allein der Verklagte erschien abermals nicht, weder beim Pfarrer, noch in der Kirche. Mittlerweile nahte die Kirchenvisitation. Noch vor derselben lie\u00dfen Abt, Verwalter und Richter den Verklagten gefangen nehmen und baten den Markgrafen um Bescheid, wie weiter zu verfahren sei.<br \/>\nDer Bescheid lautete: \u201eVon Gottes Gnaden Georg Friedrich etc. Ihr habt wohl gethan, da gute Worte nichts halfen, Ernst zu zeigen. Da aber die Gemeinde Weiterndorf, des Verklagten Sohn und Freundschaft um seine Erledigung nachgesucht haben und Niemand zum Glauben und Sakrament gezwungen werden soll, und Bu\u00dfe und Glaube eine Gabe Gottes ist, welche nicht in der Menschen Gewalt steht, so ist unser Befehl: ihr wollet ihn nach Bezahlung seiner Atzung entlassen, aber zuvor mit dem Herrn Pfarrer zu ihm gehen und ihn ermahnen, da\u00df er sich bessere, beten lerne, die heiligen Sakramente gebrauche und vorstellen, was er, wenn er es thue, k\u00fcnftig f\u00fcr einen Lohn bekommen werde; wo aber nicht, da\u00df ihm ewige Verdammni\u00df bevorstehe; auch da\u00df er, wenn er sein Leben nicht \u00e4ndere, nach seinem Tode nicht auf den Kirchhof unter die Christgl\u00e4ubigen, sondern wie ein Heide aufs Feld begraben werde; da\u00df er ihm selbst zu Gute mit Gef\u00e4ngni\u00df bestraft worden sei, damit er sich bessere und durch Neue und Bu\u00dfe dem Teufel entfliehe und selig werde. Und weil solchen Personen nur gute Worte gegeben werden m\u00fcssen, so wollet ihr seinem Pfarrer anzeigen, da\u00df er allen Flei\u00df anwende, sich oft zu ihm verf\u00fcge, um ihn zu belehren und zu bekehren. Wird dieses bei ihm helfen, wohl und gut; wo nicht, so ist er nach seinem Absterben aufs Feld bestatten zu lassen ohne Gel\u00e4ut und Prozession.\u201c<br \/>\n1574 war auch ein Katastrophales Jahr. Durch gro\u00dfe N\u00e4sse im Fr\u00fchjahr, Trockenheit und Hitze im Sommer und ein Unwetter mit Hagelschlag in der Gr\u00f6\u00dfe von G\u00e4nseeiern war in diesem Jahr eine Missernte, so dass die Leute Hunger litten und ihre Pacht nicht zahlen konnten. Der damalige Abt Wunder setzte sich beim Markgrafen daf\u00fcr ein, dass er seinen Untertanen Brot- und Saatgetreide ausgeben und ihre Pacht stunden d\u00fcrfte. Darauf wurde von der markgr\u00e4flichen Verwaltung erlassen, dass kein Getreide mehr ins Ausland verkauft werden d\u00fcrfte. Unter \u201eAusland\u201c verstand man die angrenzenden Gebiete von N\u00fcrnberg, Eichst\u00e4tt, W\u00fcrzburg und Bamberg. Es durfte lediglich an heilsbronnische und brandenburgische Untertanen verkauft werden, also nicht einmal an N\u00fcrnbergische, die neben Jenen in denselben Ortschaften wohnten. Darauf erwuchs Zwietracht und Hass unter den Nachbarn und dadurch Abt Wunder viel Verdruss, weil er, dem Mandat zufolge, die Zuwiderhandelnden strafen sollte. Als er die Weiterndorfer fragte, warum sie ihr Getreide gegen das Verbot nach N\u00fcrnberg geliefert hatten erhielt er zur Antwort: \u201eDie onolzbacher B\u00e4cker sind uns seit vier Jahren Zahlung schuldig.\u201c<br \/>\nAuch die Zeit der Hexenverfolgung ist an Weiterndorf nich vorbei gegangen. Was der folgenden Anschuldigung vorausging, ist nicht bekannt. Contz Hofmockel aus dem Wei\u00dfenbronn f\u00fchlte sich im Jahr 1582 seiner Manneskraft beraubt. Das konnte nur Hexenwerk sein. Eine Schuldige hatte Hofmockel mithilfe einer Wahrsagerin ausgeguckt: die Witwe Barbara H\u00f6rnlein aus dem benachbarten Weiterndorf. Warum ausgerechnet sie, ist auch nicht bekannt. Es findet sich in den Unterlagen nur der Hinweis, dass bereits ihre Eltern wegen Hexerei beziehungsweise \u201eTruterei\u201c verschrien waren. Wom\u00f6glich hatte Barbara H\u00f6rnlein zudem rote Haare, das galt damals als h\u00f6chst verd\u00e4chtig. Barbara H\u00f6rnlein jedenfalls wollte den Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen und strengte ein Gerichtsverfahren an. Das h\u00e4tte sie wohl bleiben lassen sollen. Zur Gerichtsverhandlung kamen sieben weitere M\u00e4nner, die sich ebenfalls von ihren mordsm\u00e4\u00dfigen F\u00e4higkeiten gesch\u00e4digt f\u00fchlten. Sie beteuerte weiterhin tapfer ihre Unschuld. Es kam zum Vergleich \u2013 wohl nur deshalb, weil in der Zwischenzeit die Manneskraft Hofmockels zur\u00fcckgekehrt war und er ein Kind gezeugt hatte. Das k\u00f6nnte der Grund daf\u00fcr gewesen sein, dass sich Barbara H\u00f6rnlein mit diesem Schiedsspruch nicht zufrieden gab. Sie wollte zweifelsfrei freigesprochen werden und zog zum Kaiserlichen Landgericht in N\u00fcrnberg. Anschlie\u00dfend wurde die Angelegenheit in die Obrigkeit des Markgrafen von Brandenburg-Ansbach \u00fcbergeben. Zehn Jahre lang k\u00e4mpfte sie um ihre Unschuld. Auch Contz Hofmockel gab nicht auf \u2013 und gewann. Barbara H\u00f6rnlein wurde um 1590 in Langenzenn auf dem Scheiterhaufen verbrannt (Auszug der Ausstellung &#8222;Hexenwahn in Franken&#8220; des Knaufmuseums in Iphofen)<br \/>\nIm 30j\u00e4hrigen Krieg litt Weiterndorf viel, zwar wurde kein Geb\u00e4ude abgebrannt, aber 1631 durch den Tilly\u2019schen Einfall, ein Jahr sp\u00e4ter durch Wallensteins und Gustav Adolfs Lager vor N\u00fcrnberg, und in den folgenden Jahren durch fortw\u00e4hrende \u00dcberf\u00e4lle und Pl\u00fcnderungen. Die meisten Bewohner verlie\u00dfen den Ort und starben ausw\u00e4rts, sechs von den Besitzern der 8 Bauernh\u00f6fe starben in einem und demselben Jahre 1636. Am Anfang des Krieges hatte Weiterndorf 14 besteuerte Anwesen. Da waren 8 Bauernh\u00f6fe, die M\u00fchle, die Schmiede, das Hirtenhaus und drei S\u00f6ldeng\u00fcter, also sehr kleine Bauernh\u00f6fe mit nur wenig Feld und Vieh. Deren Bewohner mussten f\u00fcr ihr Auskommen meist bei den Bauern noch als Tagl\u00f6hner arbeiten.<br \/>\nVon 1631 an standen diese 14 Anwesen meist unbewohnt. Nur 4 derselben blieben w\u00e4hrend des Krieges bewohnt, darunter die M\u00fchle. Die H\u00e4user der Weggezogenen verfielen auch wenn sie nicht abgebrannt waren, da sie Jahrzehnte lang nicht bewohnt wurden. Die dazu geh\u00f6rigen Felder lagen unbebaut. Die ausw\u00e4rts noch lebenden Eigent\u00fcmer und deren Erben waren nicht geneigt, auf ihr verfallenes und verwildertes Eigentum zur\u00fcckzukehren, da man ihnen zumutete, sofort auch wieder Grundzinsen, Zehnten, Steuern etc. zu entrichten. Ihre somit herrenlos gewordenen, nicht mehr rentierenden Liegenschaften fielen dadurch dem Klosteramt in Heilsbronn zu.<br \/>\nNach Beendigung des Krieges lie\u00dfen sich durch den Klosterverwalter Krebs drei Menschen bewegen, ein Bauernhof, ein K\u00f6blersgut (sieh S\u00f6ldengut) und die M\u00fchle nach mehrj\u00e4hriger Ver\u00f6dung zu \u00fcbernehmen. Der vierte Ansiedler war (1649) der Klosterverwalter Krebs selbst. Er pachtete den bisher vom Kloster in eigener Regie bewirtschafteten Schafhof, der seit 18 Jahren ver\u00f6deten und verfallenen war. Da sich f\u00fcr den Hof kein Abnehmer fand hatte er dem Klosteramt j\u00e4hrlich nur 50 fl. Pacht zu zahlen. Daf\u00fcr erhielt er den Hof mit allen dazugeh\u00f6renden Feldern und Wiesen, alles ben\u00f6tigte Holz, besonders die im Winter ben\u00f6tigten 20 Klftr. Brennholz, das Heu von 18 Tgw. Wiesen in der Zell (bei M\u00fcnchzell). Noch dazu wurden ihm das Wohnhaus, alle Oefen, Fenster, Tore etc. und die Schafscheune auf Amtskosten wieder hergestellt. Durch die Wiederaufrichtung des Schafhofes hoffte man zugleich neue Ansiedler f\u00fcr die \u00fcbrigen, noch ver\u00f6deten H\u00f6fe zu gewinnen.<br \/>\nDies sollte vor allem durch die Aussicht auf Verbesserung der Felder mittels des Pferchens der Schafe geschehen, welches jedem Interessenten an der \u00dcbernahme eines Hofes zugesichert wurde. Allein diese Ma\u00dfnahme brachte nicht den erhofften Erfolg. Nur die Schmiede wurde 1651 f\u00fcr 25 fl. an den Mann gebracht, dann noch ein anderes Anwesen; die \u00fcbrigen 6 Bauernh\u00f6fe blieben unbewohnt. Die unbebauten Felder verbuschten und langsam wuchsen auf ihnen W\u00e4lder.<br \/>\nF\u00fcr einen weiteren Hof fand sich erst 1664 ein Interessent der ihn dann auch \u00dcbernommen hat. Die markgr\u00e4flichen R\u00e4te berichteten dar\u00fcber: \u201eJakob Hofmann zu Weiterndorf hat seinen lange Jahre \u00f6d gestand v\u00e4terlichen Hof unter gewissen Konditionen, wozu man ihn mit M\u00fche und Not gebracht, \u00fcbernommen. Sechs H\u00f6fe des Orts liegen noch in Ruin und hat sich zur Zeit noch Niemand zu deren Annahme finden wollen.\u201c Eben so trostlos berichteten die R\u00e4te noch i. J. 1681: \u201eNoch immer sind 6 \u00f6de H\u00f6fe vorhanden.\u201c<br \/>\nDiese lagen 56 Jahre lang, von 1632 bis 1688, v\u00f6llig ver\u00f6det und unbewohnt. An dreien derselben soll gezeigt werden, welchen Verlust das Klosteramt durch die entgangenen Einnahmen erlitten hat. Den einen dieser H\u00f6fe kaufte 1629, drei Jahre vor dem Eintritt der Ver\u00f6dung, Cunz R\u00f6ll von Jo\u00df Hofmockel f\u00fcr 1500 fl. Er hatte an das Amt 80 fl. Handlohn, dazu j\u00e4hrlich 15 Sra. Getreideg\u00fclt und viertelj\u00e4hrlich 3 fl. Steuer zu entrichten. Zum Hofe geh\u00f6rten 102 Morgen Aecker und gegen 8 Tgw. Wiesen. Im vierten Jahre nach dem Eintritt der Ver\u00f6dung war Niemand von den Erben des inzwischen verstorbenen R\u00f6ll und und auch sonst keiner zu bewegen, den Hof zu \u00fcbernehmen.<br \/>\nDen zweiten dieser 6 H\u00f6fe kaufte 1619, zw\u00f6lf Jahre vor dem Eintritt der Ver\u00f6dung, Alban Hertlein von Stephan Sp\u00f6rlein f\u00fcr 785 fl. Er musste an das Amt 52 fl. Handlohn, dazu j\u00e4hrlich 14 Sra. Getreide und viertelj\u00e4hrlich gegen 3 fl. Steuer entrichten. Zum Hofe geh\u00f6rten 87 Mgn. Aecker und 7 Tgw. Wiesen. Im vierten Jahre nach dem Eintritt der Ver\u00f6dung fand der Hof Hertleins (dieser starb, wie R\u00f6ll, 1636) keinen Nachkommen und blieb ver\u00f6det, die Angeh\u00f6rigen zogen weg. Den dritten dieser 6 H\u00f6fe kaufte 1629, drei Jahre vor der Ver\u00f6dung, H. Eckhardt von seiner Schwiegermutter f\u00fcr 1100 fl. Er musste an das Amt 52 fl. Handlohn und j\u00e4hrlich 14 Sra. Getreide, viertelj\u00e4hrlich gegen 3 fl. Steuer entrichten. Zum Hofe geh\u00f6rten 87 Mgn. Aecker und 7 Tgw. Wiesen. Der Hof fand 1636 (auch Eckhard starb, wie R\u00f6ll und Hertlein, in diesem Jahr) keinen Nachvolger und blieb unbewohnt, da die Nachkommen weg zogen. So waren diese vormals so wertvollen H\u00f6fe durch den Krieg v\u00f6llig wertlos geworden.<br \/>\nUm eine Vorstellung des Wertes zu geben muss man bedenken, dass f\u00fcr 1 Gulden (fl) zu 60 Kreuzern beim Bau eines Schlosses f\u00fcr einen Grafen im Jahre 1690 ein Meister 1,5 bis 2 Tage, 1 Geselle 2 bis 2,5 Tage und ein Tagel\u00f6hner mehr als 3 Tage zu 13 bis 14 Stunden arbeiten mussten. Nach heutiger Kaufkraft entspricht ein fl. Cirka 40 bis 50EUR. 1 Rheinischer Gulden = 21\u00be Schilling = 174 Pfennig.<br \/>\nNachdem sich das Klosteramt 56 Jahre lang vergeblich abgem\u00fcht hatte, f\u00fcr diese 6 H\u00f6fe P\u00e4chter oder K\u00e4ufer zu finden, zerschlug man die H\u00f6fe in kleine Parzellen, die man an neu angesiedelte Handwerker in Heilsbronn, an den Wirt in Weiterndorf, an Leute in Wei\u00dfenbronn, B\u00fcrglein und Berghof, an den Schafmeister in Weiterndorf und an den M\u00fcller verkaufte, den Morgen zu 2 bis 3 fl. Von jedem Morgen mu\u00dften j\u00e4hrlich vier Kreuzer Baudung, 1 Mtz. Korn und 1 Mtz. Haber entrichtet werden. 1688 war die Zerst\u00fcckelung der einst stattlichen H\u00f6fe beendigt und Weiterndorf nicht mehr ver\u00f6det.<br \/>\nNach der fast g\u00e4nzlichen Ver\u00f6dung des Ortes siedelte der Gemeindeschmied Reuter nach Wei\u00dfenbronn \u00fcber, wo zuvor weder vom Kloster noch vom Klosteramt eine Schmiede geduldet wurde. Da aber nach der Ver\u00f6dung Weiterndorfs die Wei\u00dfenbronner dringend einen Schmied brauchten wurde dies vom Amt damm genehmigt.<br \/>\nEines der nicht v\u00f6llig ver\u00f6deten Anwesen war die M\u00fchle, deren Verkauf und Wiederverkauf gleichfalls entnehmen l\u00e4\u00dft, wie verderblich der Krieg eingewirkt hat. Sieben Jahre vor dem Kriege kaufte H. Volland die M\u00fchle von P. Hassold f\u00fcr 2100 fl. und zahlte an das Amt 113 fl. Handlohn. Anders stellte sich der Kaufpreis nach der Ver\u00f6dung. H. Kettner kaufte 1645 die M\u00fchle mit zwei G\u00e4ngen, 11 Mgn. Feld, zwei Wiesen und Garten f\u00fcr 192 fl. Er brachte die M\u00fchle bald wieder in guten Stand, doch er hatte ein f\u00fcr unsere Gegend Typisches Problem: \u201eMeinem Mahlwerk fehlt aber an Wasser, da\u00df man fast das ganze Jahr nur aus einem Gang mahlen kann.\u201c Der Schafhof, i. J. 1132 eines der ersten Klosterstiftungsg\u00fcter, wurde vom markgr\u00e4flichen Klosteramt i. J. 1705 verkauft, die Hutrechte kaufte die Dorfgemeinschaft, sie gingen danach an die 1815 gegr\u00fcndete Gemeinde Weiterndorf \u00fcber.<br \/>\nUm den Steinhof in Heilsbronn, damals die einzige Gastst\u00e4tte, jetzt Adler, anzubringen, musste man dem K\u00e4ufer, Wildmeister Griesmeier, obendrein einen der ver\u00f6deten Bauernh\u00f6fe in Weiterndorf f\u00fcr 180 fl. \u00fcberlassen. Zu diesem Hofe geh\u00f6rten 87 Mgn. Ackerland, 6 Mgn. Wiesen, 3 Mgn. Wald. Der K\u00e4ufer hatte davon j\u00e4hrlich 8\u00bd Sra. Korn, 6 Sra. Haber und 7 fl. bar an das Amt zu entrichten. Seine Wittwe zahlte 41 fl. Handlohn um nach dem Tod des Griesmeier in den Besitz des Hofes zu kommen. F\u00fcnf Jahre darauf kaufte das Anwesen Gg. Mausner aus N\u00fcrnberg, welcher auch den herrschaftlichen Viehhof, jetzt Anwesen G\u00fcllich, kaufte und dort eine Wirtschaft, die zweite in Heilsbronn, errichtete.<br \/>\nDie Obrigkeit tat sich in diesen Tagen auch schwer eine Ordnung aufrecht zu erhalten. So wurde der Hirt in Weiterndorf bestraft, weil er gesagt hat: \u201eEr wolle lieber des Teufels als lutherisch sein.\u201c<br \/>\nWeiterndorf war w\u00e4hrend der ganzen Klosterzeit und auch sp\u00e4ter nach B\u00fcrglein gepfarrt und kam erst im 1818 zur Pfarrei Heilsbronn. Durch die verminderten Einnahmen war die Pfarrstelle in B\u00fcrglein nicht mehr so attraktiv, so dass in der Neuausschreibung 1830 extra darauf hingewiesen wurde, dass durch die Umpfarrung ein j\u00e4hrlicher Ertrag von 43fl, 39kr zu Beklagen ist.<br \/>\nUm 1850 war f\u00fcr Weiterndorf eine aufregende Zeit, da durch den Verkauf zweier Gro\u00dfer und 2 kleinerer H\u00f6fe viele Einwohner die M\u00f6glichkeiten hatten, sich etwas mehr Land zu kaufen. Hier wurden dann aus einigen H\u00f6fen durch Teilung 2 gemacht, was seit dem mehr als 150 Jahren die erste wesentliche Vergr\u00f6\u00dferung des Dorfes brachte. In dieser Zeit sind 5 neue Anwesen entstanden. In den Rechnungsb\u00fcchern der Gemeinde findet man auch die wesentlichen Ausgaben zu dieser Zeit. Neben den Abgaben an die Verwaltung in Heilsbronn sind das: 30fl f\u00fcr den Nachtw\u00e4chter, 6fl f\u00fcr den Gemeindevorsteher, 2fl f\u00fcr den Gemeindepfleger, 11fl f\u00fcr den Gemeindehirten, 8fl f\u00fcr den Gemeindeschreiber und 6fl an den Lehrer in Heilsbronn als Schulgeld. Als Inventar f\u00fchrt die Gemeinde f\u00fcr das Jahr 1857 auf: 1 gro\u00dfer, starker, alter Feuerhaken, 1 gro\u00dfe alte Feuerleiter, 1 Schl\u00e4gel zum klopfen der Steine, 1 Hammer so wie das Gemeindeedikt und die gebundenen Gesetzesbl\u00e4tter der letzten 20Jahre.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Zur Aufgabe einer Gemeinde geh\u00f6rte schon damals die Organisation des Feuerl\u00f6schwesens. Vorl\u00e4ufer der Freiwilligen Feuerwehren waren die Pflichtfeuerwehren, die auch noch bis in die 40er Jahre parallel bestanden, da jeder m\u00e4nnliche Einwohner ab vollendung des 18. Lebensjahres bis erreichen des 50. zum Brandschutz verpflichtet war. Die Gliederung dieser Pflichtfeuerwehr ist aus dieser Aufstellung von 1878 zu ersehen:<\/p>\n<p>Die zur allgemeinen Pflichtfeuerwehr eingeweihten Personen in der Gemeinde Weiterndorf.<br \/>\nKommandant B\u00fcrgermeister Emmert<br \/>\nStellvertreter Beigeordneter Wening<\/p>\n<p>I.Spritzenmannschaft:<br \/>\n1.Peter Sohaller, Dienstknecht dahier als F\u00fchrer<br \/>\n2.Thomas Grohsberger, Bauernsohn dahier<br \/>\n3.Georg Gruber, Dienstknecht dahier<br \/>\n4.Michael Schroll, Dienstknecht dahier<br \/>\n5.Georg Hofmann, Dienstknecht dahier<br \/>\n6.Adam Hofmann, Dienstknecht dahier<\/p>\n<p>II.Rettungsmannschaft<br \/>\n1.Michael Roth, Zimmermann dahier als F\u00fchrer<br \/>\n2.Johann Ammon Oekonom dahier<br \/>\n3.Michael Berngruber, Schmied dahier<br \/>\n4.Georg Engelhardt, Wirth dahier<br \/>\n5.Georg Winkler, Bauernsohn dahier<\/p>\n<p>III.Wasserzubringer<br \/>\n1.Michael Endres, Oekonom dahier als F\u00fchrer<br \/>\n2.Simon Stadelmann, Bauernsohn dahier<br \/>\n3.Georg Brechtelsbauer, Gemeindehirt dahier<br \/>\n4.Johann Sauer, Dienstknecht dahier<br \/>\n5.Michael Roth, G\u00fctlerssohn dahier<br \/>\n6.Johann Roth, G\u00fctlerssohn dahier<br \/>\n7.Tobias Kanzler, ? dahier<br \/>\n8.Georg Stephan, G\u00fctlerssohn dahier<br \/>\n9.Konrad Baer, Oekonom dahier<br \/>\n10.Andreas Scherzer, Oekonom Butzenhof<br \/>\n11.Christoph Pantasch, Sch\u00e4fer dahier<br \/>\n12.Michael Bierlein, M\u00fcller dahier<br \/>\n13.Johann Hofmann, Oekonom dahier<br \/>\n14.Lorenz Murrer, Schneider dahier<br \/>\n15.Johann Roth, G\u00fctlerssohn dahier<br \/>\n16.Heinrich Zehnder, Bauernsohn dahier<br \/>\n17.Johann Roth, Dienstknecht dahier<\/p>\n<p>IV.Wachmannschaft<br \/>\n1.Kaspar Winkler, Oekonom dahier<br \/>\n2.Christoph Zehnder, Oekonom dahier<br \/>\n3.Andreas Gro\u00dfberger, Oekonom dahier<\/p>\n<p>Feuerreiter nach Heilsbronn:<br \/>\nJohann Sitzmann, Dienstknecht des Michael Endres dahier<\/p>\n<p>Eingeteilt<br \/>\nWeiterndorf, den 1. April 1878<br \/>\nDie Gemeindeverwaltung<br \/>\nEmmert B\u00fcrgermeister<\/p>\n<p>Laut einem Zeitungsbericht aus der Fr\u00e4nkischen Zeitung vom 30.12.1895 waren am 27. Dezember 1895 der Regierungsrat von Tautph\u00f6ns und der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Heilsbronn Herr M. Schr\u00f6ppel in Weiterndorf um die Feuerl\u00f6schverh\u00e4ltnisse zu Inspizieren. Danach wurde bei einer in das Gasthaus Engelhardt einberufenen Versammlung durch Herrn von Tautph\u00f6ns die Vorteile der Gr\u00fcndung einen Freiwilligen Feuerwehr dargelegt und noch am selben Abend die Gr\u00fcndung beschlossen. Die 26 M\u00e4nner aus Weiterndorf bestellten sich Herrn Michael Endres als Kommandanten und M\u00fchlenbesitzer und B\u00fcrgermeister Bierlein als Vorstand, welcher aber schon nach wenigen Tagen durch Herrn Georg Engelhardt abgel\u00f6st wurde. Letzter Ansto\u00df eine Freiwillige Feuerwehr zu gr\u00fcnden d\u00fcrfte auch ein Gro\u00dffeuer in Weiterndorf im Jahre 1895 gewesen sein, das den gro\u00dfen Teil zweier Anwesen ein\u00e4scherte. Dies d\u00fcrfte auch der Grund gewesen sein, dass sich auf Anhieb gleich 26 Gr\u00fcndungsmitglieder einfanden, was bei einer so kleinen Gemeinde (es waren damals ca. 120 Einwohner), doch ziemlich beachtenswert war. Die anf\u00e4ngliche Ausr\u00fcstung wurde damals vom Vorstand und Gastwirt Georg Engelhardt vor finanziert, da dies die Mittel der doch ertragsschwachen Gemeinde nicht her gaben.<br \/>\nBereits um 1905, also wenige Jahre nach der Gr\u00fcndung, musste die Freiwillige Feuerwehr zum ersten Mal zeigen, wie sie im Ernstfall mit einem Gro\u00dffeuer fertig wird, denn die eben erw\u00e4hnten Geb\u00e4ude wurden wiederum durch Blitzschlag ein Opfer der Flammen. Trotz der bescheidenen technischen Mittel, welche aus einer Druckspritze und einer Saug- und Druckspritze, die 1897 angeschafft wurde, bestanden, konnte verhindert werden, dass sich das Feuer auf die unmittelbaren Nachbargeb\u00e4ude ausdehnte. Als gegen Ende des 2. Weltkrieges die erw\u00e4hnten Geb\u00e4ude durch Kriegseinwirkungen wieder in Flammen standen wurde das L\u00f6schen noch mit den selben Ger\u00e4ten wie zur Jahrhundertwende durchgef\u00fchrt, erschwert durch den Umstand, dass viele der M\u00e4nner im Krieg waren und die Ger\u00e4te von Frauen und Alten bedient werden mussten. Auch lag zu dieser Zeit Weiterndorf noch im Feuer der anr\u00fcckenden Amerikaner. Seit der Anschaffung der ersten Motorspritze, einer sogenannten Einheitsspritze noch aus Kriegstagen im Jahre 1946 bis zur heutigen Ausr\u00fcstung mit dem modernen TSFW hat sich viel getan.<br \/>\nIn der Bayerischen Denkmalliste sind 3 Geb\u00e4ude verzeichnet: Schafhaltung der Klosterverwaltung aus dem 17. Jahrhundert, Ehemalige Klosterm\u00fchle, Giebel aus dem 17. Jahrhundert, Ehemaliges Markgr\u00e4fliches Forstamt, erbaut 18. Jahrhundert. 1804 gab es in dem Ort 15 Haushalte, die alle dem Ansbachischen Kameralamt Ro\u00dftal untertan waren. Bei der Uraufnahme von Weiterndorf nach dem Anschluss an Bayern (Uraufnahme von 1826) waren 22 Hausnummern verteilt worden, so dass die Mindestgr\u00f6\u00dfe f\u00fcr eine eigene Gemeinde von 20 Haushalten \u00fcberschritten wurde. 1910 hatte die Gemeinde 127 Einwohner was sich bis in die 30er Jahre nicht wesendlich \u00e4nderte. Nach dem 2. Weltkrieg ist Weiterndorf stetig gewachsen, erst durch zugezogene Vertriebene, dann durch den Bau einer Siedlung in den 60er und 70er Jahren, so dass Weiterndorf gegen 1975 schon um die 275 Einwohner hatte. Eine nochmalige verdoppelung der Einwohnerzahl brachte Mitte der 90er Jahre die Bebauung der Gebiete &#8222;Am Zenterling&#8220; und &#8222;Witramstra\u00dfe&#8220;, so dass Weiterndorf mit aktuell 602 Einwohnern der gr\u00f6\u00dfte Ortsteil der Stadt Heilsbronn ist. Durch das 2016 ausgewiesene und seit 2017 bebaute Gebiet &#8222;An den Schwabachauen&#8220; ist Weiterndorf noch einmal erheblich gewachsen so dass die jetzt gesch\u00e4tzte Einwohnerzahl \u00fcber 700 liegen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Gemeinde Weiterndorf wurde 1971 von der Stadt Heilsbronn als erster Ort eingemeindet. Das erfolgte damals aus mehreren Gr\u00fcnden, erstens da die Stadt auf der Gemarkung Weiterndorf ihre neue Kl\u00e4ranlage errichtet hatte, zweitens steht das heutige Industriegebiet fast vollst\u00e4ndig auf Weiterndorfer Flur und drittens gab es damals f\u00fcr diesen Schritt reichlich Zusch\u00fcsse f\u00fcr Infrastrukturma\u00dfnahmen wie Wasserversorgung, Dorfbeleuchtung und Stra\u00dfenbau.<\/p>\n<p>Diese Geschichtsabhandlung wurde zum Gro\u00dfen Teil aus dem Band 2 der &#8222;Geschichte des Klosters Heilsbronn&#8220; von Georg Muck aus dem Jahre 1879 entnommen und erg\u00e4nzt.<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gegr\u00fcndet wurde Weiterndorf vermutlich um das Jahr 700 von dem fr\u00e4nkischen Siedler Witram. Witramdorf, wie der Ort bei seiner ersten Urkundlichen Erw\u00e4hnung hie\u00df, war einer der sieben Orte, bei und in welchen das Kloster Heilsbronn seine ersten Besitzungen erhalten hat. 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